Ferienentschädigung auch im vereinfachten Kurzarbeitsverfahren?

Gemäss Weisung SECO sollen Ferien- und Feiertagsstunden von Angestellten im Monatslohn bei der Berechnung der Kurzarbeitsentschädigung im vereinfachten Verfahren nicht berücksichtigt werden. Ein Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 26. Februar 2021 erachtet diese Weisung aber als falsch. Dadurch könnten Unternehmen eine zusätzliche Kurzarbeitsentschädigung (KAE) beantragen.

Der Fall ist komplex. Auslöser des Gerichtsfalls ist eine Teilrückforderung der Kurzarbeitsentschädigung durch die Arbeitslosenkasse Luzern bei einem Gastrounternehmer. Die Arbeitslosenkasse berief sich bei der Rückforderung auf eine Weisung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und interpretierte die Covid-19-Verordnung des Bundes so, dass Ferien- und Feiertagsstunden von Angestellten im Monatslohn bei der Berechnung der Kurzarbeitsentschädigung im vereinfachten Verfahren nicht zu berücksichtigen sein. Dies im Gegensatz zur Kurzarbeitsentschädigung im normalen Verfahren.

Das Gerichtsurteil stellt nun diese Praxis in Frage. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und das SECO will gegen das Urteil rekurrieren. Was heisst das nun für unsere Mitglieder und Betriebe, die sich für das vereinfachte Kurzarbeitsentschädigungsverfahren angemeldet haben? viscom und print + communication empfehlen Folgendes:

-Für künftige Abrechnungen sollen die  Ferien- und Feiertagsstunden von Angestellten im Monatslohn geltend gemacht werden.

-Bei vergangenen Abrechnungen  sollen die entsprechenden Entschädigungen durch Einsprache eingefordert werden. Dies geht aber nur bei Verfügungen, die noch nicht rechtskräftig sind.

-Bei vergangenen Abrechnungen, wo eine rechtskräftige Verfügung besteht, muss ein Revisionsgesuch gestellt werden.

Die Dokumente dazu finden Sie auf unserer Corona-Website unter «Kurzarbeit Urteil 26. Februar 2021». Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Rechtsdienst.