Polygraf/in EFZ 22

Als Polygrafin oder Polygraf bist du die Fachperson für die Ausführung von Print-, Screen- und Crossmedia-Projekten. Du führst Kundengespräche und setzt Marketing- und Kommunikationsmassnahmen um. Im Anschluss gestaltest du Medienprodukte, übernimmst Fremddaten und führst eine Dateneingangskontrolle durch. Deine Daten bearbeitest du am Computer für Print- oder Screenmedien nach technischen und gestalterischen Regeln auf.

Der Arbeitsalltag einer Polygrafin / eines Polygrafen ist vielfältig: Auf der Grundlage von Kundenbedürfnissen erstellst, prüfst und bearbeitest du professionelle Dateien. Du legst die Spezifikationen für Publikationen zweckmässig und mediengerecht nach den typografischen und gestalterischen
Regeln fest und erstellst Publikationen für Print- oder Screenmedien oder bereitest sie auf, holst das «Gut zur Ausführung» ein, nimmst Korrekturen vor und gibst sie an interne oder externe Partner weiter zur Produktion. Du korrigierst Texte nach grammatikalischen, orthografischen und typografischen Regeln und übernimmst eine verantwortungsvolle Schlüsselrolle im gesamten Medien-Publishing-Prozess. Insgesamt werden hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an immer wieder neue Aufgabenstellungen verlangt.

Einblick in den Polygrafen-Alltag

Facts

  1. Marketing
    Am Anfang jeder guten Gestaltung steht die Auseinandersetzung mit dem Produkt, der Zielgruppe und dem Kunden. Poygrafinnen und Polygrafen erstellen in diesem Arbeitsschritt ein Marketing- und Kommunikationskonzept auf der Grundlage eigener Analysen und übernehmen das Projektmanagement.

    Ausgestaltung
    In einem nächsten Arbeitsschritt entwickeln Polygrafinnen und Polygrafen Gestaltungsvorschläge für Medienprojekte, testen diese auf ihre Realisierbarkeit und präsentieren sie der Kundschaft.

    Typografie
    Wie gestaltet man einen Text? Wie wählt man die richtige Schriftgrösse, wie den rich­tigen Zeilenabstand? Welche Schrift passt zu welchem Inhalt? Um diese Fragestellungen kümmern sich Polygrafinnen und Polygrafen in einem weiteren Arbeitsschritt.

    Datenaufbereitung
    Neben gestalterischen Aspekten ist die technisch korrekte Aufbereitung von Rohdaten für das gewünschte Zielmedium entscheidend. Polygrafinnen und Polygrafen kümmern sich in diesem Arbeitsschritt um die richtige Bearbeitung von Bildern, Grafiken, Videos und Audio.

    Sprache
    Ab wann ist ein Text grammatikalisch und orthografisch korrekt, sodass man ihn veröffentlichen kann? Polygrafinnen und Polygrafen bearbeiten Texte inhaltlich und grammatikalisch in der jeweiligen Landessprache.

    Produktion
    Nachdem in vielen Teilbereichen einzelne Arbeitsschritte ausgeführt wurden, geht es nun darum, ein Produkt fertigzustellen. Mit ihrem Fachwissen fügen Polygrafinnen und Polygrafen die Arbeiten aus den Teilbereichen zu einem fertigen Produkt zusammen. Sie stellen die korrekte Datenaufbereitung sicher.

  2. Die Ausbildung zur Polygrafin oder zum Polygrafen dauert vier Jahre.

  3. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Schulbildung auf Stufe Sek 1 im obersten Anspruchsniveau. Weitere Anforderungen:

    • Exakte und saubere Arbeitsweise
    • Gute Allgemeinbildung
    • Rasche Auffassungsgabe
    • Ausgeprägtes ästhetisches Gespür
    • Beherrschen der ersten Landessprache
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Interesse an Informatik
    • Gutes Farbunterscheidungsvermögen
    • Teamfähigkeit
    • Selbstständigkeit
    1. Lehrjahr Fr. 300.–
    2. Lehrjahr Fr. 800.–
    3. Lehrjahr Fr. 1000.–
    4. Lehrjahr Fr. 1400.–
  4. Was wird geprüft im Eignungstest?

    Geprüft wird je nach Beruf das Leseverständnis, deutsche, französische oder englische Grammatik, Kopfrechnen und schriftliches Rechnen, Geometrie sowie das logische Denken und die Merkfähigkeit. Die jeweiligen Testfragen entsprechen dem Anforderungsprofil des ausgewählten Berufs. Nach der Auswertung des Eignungstest erhalten die Schüler/innen bei erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat sowie eine Gesamtbewertung. 

    Folgende Fächer werden in den jeweiligen Berufen geprüft:

    • Deutsch Leseverständnis
    • Deutsch Grammatik
    • Mathematik Schriftliches Rechnen
    • Mathematik Kopfrechnen
    • Mathematik Geometrie
    • Allgemeinwissen Realien
    • Allgemeinwissen Merkfähigkeit
    • Allgemeinwissen Logisches Denken
    • Farben und Formen
    • Englische Grammatik

    Es gibt keine zentrale Druchführung der Eignungsteste. Der Eignungstest kann direkt in einem Betrieb der grafischen Industrie abgelegt werden. In der Regel wird er im Zusammenhang mit einer Schnupperlehre durchgeführt.

    Zum Login-Bereich für Berufsbildner

  5. Polygrafin und WorldSkills-Teilnehmerin Ilona Züst beantwortete euren Fragen rund um den Berufsalltag einer Polygrafin/eines Polygrafen im Rahmen von SwissSkills-Connect. Schau dir die Antworten im Video an.
     

In vier Schritten zum Lehrvertrag

  1. Du erhälst Informationen über unsere Berufe an Berufsmessen, an regionalen Informationsveranstaltungen und bei der Berufsberatung. Weitere Informationen zu den einzelnen Lehrberufen findest du in der Übersicht.

  2. Um dir den Einstieg in den Bewerbungsprozess zu erleichtern, ist es von Vorteil, vor der Bewerbung den Eignungstest (schulischer Wissenstest) zu absolvieren. Anschliessend kannst du der schriftlichen Bewerbung das Zertifikat über den bestandenen Eignungstest beilegen.

    Es gibt keine zentrale Druchführung der Eignungsteste. Der Eignungstest kann direkt in einem Betrieb der grafischen Industrie abgelegt werden. In der Regeln wird er im Zusammenhang mit einer Schnupperlehre durchgeführt.

  3. Nach bestandenem Eignungstest erhälst du vor Ort eine Liste mit Ausbildungsbetrieben aus deiner Region. Die Schnupperlehre dient zur persönlichen Eignungabklärung. Ideal ist eine Schnupperlehre von 3 – 5 Tagen.

  4. Informiere Dich unter www.berufsberatung.ch über das aktuelle Lehrstellenangebot in Deiner Region.

Weiterbildung

Die grafische Industrie bietet viele spannende und abwechslungsreiche Weiterbildungsmöglichkeiten.

Socialwall